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Energiespartipp

Basiswissen Bauphysik: Der U-Wert


Auch für Nicht-Fachleute ist es von Vorteil, über Basiswissen zum U-Wert zu verfügen, wenn beispielsweise ein Neubau oder die energetische Modernisierung des eigenen Hauses ansteht. Je kleiner der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) eines Bauteils ist, umso weniger Wärme lässt dieses Bauteil hindurch. Ein Fassaden-U-Wert von 0,3 W/m2∙K ist deutlich besser als der Wert 1,5 W/m2∙K.

Hintergrund: Die Wärmemenge (gemessen in Wattsekunden), die bei einem Temperaturunterschied zwischen innen und außen von einem Kelvin (entspricht 1 °C) innerhalb einer Sekunde durch einen Quadratmeter eines Bauteils hindurchwandert, wird mit dem U-Wert beschrieben, der sich aus der Wärmeleitstufe („WLS“) der einzelnen Baustoffe (z. B. Innenputz, Mauerwerk, Außenputz) und aus der Dicke der einzelnen Baustoffschichten errechnen lässt.
Die Einheit ist Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m2∙K).

Jeder kann mit der Angabe „Benzinverbrauch pro 100 Kilometer“ etwas anfangen. Wäre es nicht schön, wenn man beim Kauf von Fenstern und Dämmstoffen auch so einen allgemeinverständlichen Wert hätte? Etwa „Heizöl oder Gasverbrauch pro Quadratmeter und Jahr“? Aufgrund der Vielzahl der Randbedingungen ist das aber kaum möglich. Man denke nur daran, dass der Energieverbrauch in einem milden Winter deutlich geringer ist als etwa in einem strengen Winter.
Bauphysiker sprechen nicht von Energieverbrauch, sondern von Energiebedarf, wenn sie eine Vergleichsgröße berechnen, die dem „Heizöl oder Gasverbrauch pro Quadratmeter und Jahr“ entspricht.
Und so wird gerechnet: Wenn man den U-Wert eines Bauteils mit dem Faktor 8,4 multipliziert, erhält man in etwa die Menge Heizöl (Liter) oder Gas (Kubikmeter), die pro Quadratmeter und Jahr durch dieses Bauteil verloren geht.

Einfach- und Mehrfachverglasung (Quelle: fensterbau-ratgeber.de)

Beispiel 1: Ein einfachverglastes Fenster hat einen U-Wert von bis zu 6 W/m²∙K. Multipliziert man den U-Wert der Einfachverglasung mit dem Faktor 8,4 ergibt das 50,4. Durch Einfachscheiben gehen pro Quadratmeter und Jahr also rund 50 Liter Heizöl oder 50 Kubikmeter Gas verloren.
Moderne Dreifachscheiben mit U-Werten kleiner als 1 W/m²∙K lassen nur Wärme im Gegenwert von rund 7,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr entweichen.
(0,9 ∙ 8,4 = 7,56)

Beispiel 2: Eine ungedämmte Altbauwand mit U-Wert 2,0 W/m²∙K im Vergleich zu einer gedämmten Altbauwand mit U-Wert 0,2 W/m²∙K. Können Sie es selbst ausrechnen?
(Ergebnis: 16,8 zu 1,68 Liter Heizöl oder Kubikmeter Gas pro Quadratmeter und Jahr. Einsparung 90 Prozent, etwa durch eine Fassadendämmung).

Oder ein mäßig gedämmtes Dach mit U-Wert 0,6 W/m²∙K gegenüber einem sehr gut gedämmten Dach mit U-Wert 0,12 W/m²∙K) …

Quelle: Ronald Meyer (BVGeM)


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